Unter Schamlippenkorrektur versteht man die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes der inneren und/oder äußeren Schamlippen. Im derzeit gängigen Sprachgebrauch ist aber vor allem die Verkleinerung der inneren Schamlippen gemeint.
Innere Schamlippen können symmetrisiert (einander angeglichen), verkleinert oder auf Wunsch auch vollständig entfernt werden.
Äußere Schamlippen werden zumeist mit Eigenfett vergrößert, um die inneren Schamlippen bzw. den Scheideneingang besser zu bedecken. Vereinzelt werden übergroße äußere Schamlippen auch verkleinert.
Grundsätzlich handelt es sich bei der Schamlippenkorrektur um einen kosmetischen Eingriff, es gibt aber auch funktionelle Gründe wie etwa Schmerzen oder Reiben beim Tragen enger Kleidung, beim Sport oder Radfahren und Invagination der inneren Labien beim Geschlechtsverkehr.
Da es sich im Regelfall um einen ästhetischen Eingriff handelt, kommen die Sozialversicherungsträger für die Operation nicht auf. Bei Asymmetrien bzw. beim Bestehen funktioneller Störungen kann der Eingriff nach Rücksprache mit dem Chefarzt/der Chefärztin der Krankenkasse durchaus bewilligt werden.
Eine Schamlippenkorrektur kann in der Regel in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt werden. Etwa 50% meiner Patientinnen entscheiden sich aber aus Komfortgründen für eine Vollnarkose, um den Eingriff nicht aktiv mitzuerleben.
Bei der Korrektur der inneren Schamlippen bleibt das Jungfernhäutchen unberührt, es bleibt daher intakt.
Bei allen Varianten der Schamlippenkorrektur bleiben Klitoris und Klitorisvorhaut selbstverständlich unangetastet.
Die Wundheilung ist im Allgemeinen nach zwei Wochen abgeschlossen. Man muss unbedingt darauf achten, den Intimbereich nach der Operation strikt hygienisch zu halten (Sitzbäder nach dem Stuhlgang, Spülungen mit Kamillosan oder verdünnter Betaisodona-Lösung nach dem Urinieren etc.). Auf Geschlechtsverkehr sollte zumindest für die Dauer von vier Wochen verzichtet werden.
In erfahrener Hand gibt es bei einer Schamlippenkorrektur äußerst selten Komplikationen. Sie betreffen meistens das Ergebnis (zu viel entfernt, zu wenig entfernt, ungleich entfernt) und bleiben ohne gesundheitliche Folgen. Medizinische Komplikationen betreffen Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen und treten ebenfalls sehr selten auf.