Unter Füllmaterialien (engl. „Filler“) versteht man gelförmige Substanzen, die unter die Haut injiziert werden, um Defekte der Haut, des Unterhautbindegewebes oder des Fettgewebes auszugleichen.
Man unterscheidet zwischen „gänzlich abbaubaren“ Fillern (resorbierbar, Abbau erfolgt innerhalb von 4-6 Monaten), „verzögert abbaubaren“ Fillern (verzögert resorbierbar, Abbau erfolgt innerhalb von einem Jahr), „nicht abbaubaren“ Fillern (nicht resorbierbar, wird vom Körper nicht abgebaut), und Mischpräparaten.
Resorbierbare Präparate haben den Vorteil, sehr gut verträglich und nahezu komplikationsfrei zu sein. Der Nachteil besteht in der Notwendigkeit, die Behandlung alle 4-6 Monate zu wiederholen. Verzögert resorbierbare, nicht resorbierbare oder Mischpräparate haben eine deutlich längere bzw. dauerhafte Wirkung, bergen aber ein gewisses Restrisiko hinsichtlich Unverträglichkeitsreaktionen bzw. Knötchenbildung. Aus diesem Grund setze ich als künstlichen Filler lediglich Hyaluronsäure-Präparate ein oder transplantiere körpereigenes Fett.
Hyaluronsäure (HS) ist eine in allen Wirbeltieren in identischer Form vorkommende Substanz. Chemisch betrachtet ist HS ein Zuckermolekül. Im menschlichen Körper findet sich HS als Grundsubstanz in der sog. extrazellulären Matrix der Haut, in Gelenken und in den Augen. Der Körper eines Erwachsenen enthält circa 15g HS, die Hälfte davon befindet sich in der Haut.
Hyaluronsäure ist derzeit unter nachstehenden Produktnamen erhältlich: Hylaform, AcHyal, Belotero, Hyal2000, HylanSeS, Jolidermis, Juvéderm, Perlane, Puragen, Restylane, Revanesse, Rofilan Hylan Gel und Teosyal.
Filler können in allen Gesichtsregionen eingesetzt werden, am häufigsten werden sie zur Vergrößerung der Lippen, zur Korrektur der Nasolabialfalten, zur Korrektur von Augenringen oder zur Aufpolsterung der Jochbeinregion eingesetzt.
Die Injektionsnadel ist sehr dünn und die Prozedur ist also relativ schmerzarm.
Bei sachgemäßer Anwendung durch einen erfahrenen Behandler ist die Anwendung von Fillern ein sicheres und nebenwirkungsarmes Verfahren. Trotzdem können, wie bei jeder medizinischen Behandlung, Nebenwirkungen und Komplikationen nie mit letzter Sicherheit ausgeschlossen
werden. Zu den unspezifischen Nebenwirkungen zählen Schwellungen und kleine Blutergüsse sowie winzige Krusten an den Injektionspunkten.
Ja, durchaus. Eine Fillerbehandlung dauert im Schnitt zw. 5-10 Minuten. Die Einstichstellen können nach der Behandlung mit Make-Up überschminkt werden.
Wenn Filler über Jahre angewendet werden, sollte man überlegen, auf Eigenfett umzusteigen. Mit Eigenfett sind die Kosten aufgrund des operativen Aufwandes anfänglich zwar höher, auf lange Sicht jedoch günstiger, weil Eigenfett nach Erreichen des gewünschten Volumens nicht mehr nachgespritzt werden muss.