Eine Brustverkleinerung sollte sinnvollerweise nicht vor dem 18. Lebensjahr durchgeführt werden. Größenwachstum und Brustwachstum sollten abgeschlossen sein. Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, sollte unbedingt eine Methode eingesetzt werden, die die Sensibilität der Brustwarzen und die Stillfähigkeit in hohem Maße berücksichtigt. Nach oben gibt es kein Limit, wenn medizinisch und psychisch nichts dagegen spricht.
Es gibt weit über 100 verschiedene Operationsmethoden, die sich voneinander grundlegend in der Schnittführung und in der Art der Gewebeentfernung unterscheiden. Bitte besprechen Sie mit ihrem Operateur die Vor- und Nachteile der von ihm eingesetzten Methoden.
Sie unterscheiden sich im Narbenverlauf, der Methodik der Gewebeentfernung, der Art der Blutversorgung von Brustwarze und Warzenhof, der Erhaltung der Sensibilität/Erregbarkeit der Brustwarzen, der Formung der Brust und nicht zuletzt in der Dauerhaftigkeit des OP-Ergebnisses. Je nachdem welche dieser Aspekte für die Patientin besonders wichtig sind, können verschiedene Techniken ausgewählt werden.
Der Narbenverlauf kann wie ein verkehrtes T (Anker) aussehen oder vom Warzenhof nach unten und außen ziehen bzw. lediglich vom Warzenhof senkrecht nach unten verlaufen oder auf den Warzenhof beschränkt bleiben. Für die Formung der Brust ist der ankerförmige Narbenverlauf der Effektivste, die Brust ist auf diese Weise am leichtesten in eine schöne Form zu bringen. Narbensparende Techniken können dann eingesetzt werden, wenn nicht sehr viel Gewebe entfernt werden muss bzw. wenn die notwendige Hebestrecke des Warzenhofs nicht besonders lang ist (< 10cm).
Eine Verkleinerung des Warzenhofes ist im Rahmen einer Brustverkleinerung problemlos möglich und wird ggf. ohne Mehrkosten routinemäßig durchgeführt.
Eine Brustverkleinerung ist ein umfangreicher Eingriff, der in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt werden soll.
Im Allgemeinen nicht, in seltenen Fällen kann die Stillfähigkeit beeinträchtigt sein. Nur bei Einsatz nicht zeitgemäßer Methoden (freies Mamillentransplantat) geht die Stillfähigkeit vollständig verloren.
Es gibt Methoden, die die Sensibilität der Brustwarzen weniger gefährden als andere, dafür aber verschiedene Nachteile aufweisen. Wenn der Erhalt der Sensibilität besonders wichtig ist, sollten Sie dies Ihrem Arzt unbedingt mitteilen.
Die häufigste medizinische Komplikation ist die Nachblutung, gefolgt von Infektionen und Wundheilungsstörungen (Nekrosen der Haut und/oder des Warzenhofes). Bei korrekter Durchführung treten diese Komplikationen eher selten auf. Das Ergebnis betreffende Komplikationen umfassen vor allem Größen- und Formasymmetrien, verzogene Warzenhöfe und stark verbreiterte Narben. Ästhetische Komplikationen können fast immer vollständig korrigiert werden, bei schwerwiegenden medizinischen Komplikationen (Nekrosen etc.) ist dies bedauerlicherweise nicht immer möglich.
Im Allgemeinen ist man nach 10-14 Tagen wieder normal belastbar.
Bleiben Gewichtsschwankungen und Schwangerschaften aus, sind die Langzeitergebnisse im Allgemeinen sehr gut. Eine verkleinerte Brust behält in der Regel ihre Größe. Etwas anders verhält es sich mit der Dauerhaftigkeit des Ergebnisses. Wie lange die Form der verkleinerten Brust erhalten bleibt bzw. ab wann sie wieder absinkt bzw. unten durchhängt, ist vom Eigengewicht der verkleinerten Brust (Schwerkraft), von den individuellen Gewebeeigenschaften (straffes/lockeres Bindegewebe) und nicht zuletzt auch von der eingesetzten Technik abhängig.